Die in Wien ansässige Mondi AG, einer der wichtigsten globalen Player in der Papier- und Verpackungsbranche, stand vor der Herausforderung, ihre gewachsene Identitätsstruktur in eine zukunftsfähige Access-Management-Architektur zu überführen. Gemeinsam mit iC Consult konsolidierte das Unternehmen seine Microsoft- und SAP-Identitäten in einer zentralen Benutzeridentität, führte Single Sign-On mit Multi-Faktor-Authentifizierung für rund 80 Anwendungen ein und etablierte ein sicheres Self-Service-Onboarding für neue Applikationen. Den skalierbaren und Compliance-konformen Betrieb der Lösung übernimmt iC Consult im Rahmen hochverfügbarer Managed Services auf Basis der Service-Layers-Plattform.
Inhalt
Steckbrief & Projektüberblick
Kundensteckbrief
Branche: Papier & Verpackung
Hauptsitz: Wien, Österreich
Mitarbeitende: > 24.000
Anzahl Identitäten: ~ 24.000
Mondi zählt zu den bedeutendsten Unternehmen der internationalen Papier- und Verpackungsindustrie und leistet mit nachhaltigen Produkten einen Beitrag zu einer besseren Welt. Die Gruppe beschäftigt 24.000 Mitarbeitende in über 30 Ländern und verfolgt ein integriertes Geschäftsmodell entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So bietet Mondi innovative Lösungen für Verbraucher- und Industrieanwendungen. Nachhaltigkeit ist zentraler Bestandteil der Strategie, mit klaren Zielen bis 2030 und starkem Fokus auf zirkuläre Lösungen und Klimaschutz.
Etablierung einer zentralen Access-Management-Plattform mit starker Multi-Faktor-Authentisierung über alle relevanten Zugriffsszenarien hinweg, ergänzt um komfortables Single-Sign-On. Aufbau eines Self-Service-Portals, über das Application Owner neue Anwendungen einfach und schnell integrieren können.
Systemintegration durch iC Consult, Betrieb im Rahmen von Managed Services von Service Layers
Erfolge
Migration von rund 80 Anwendungen innerhalb von 12 Monaten auf eine neue zentrale SSO- und MFA-Plattform
Einführung eines unternehmensweiten Identity Providers mit regelbasiertem MFA-Enforcement für sämtliche Web-, Cloud- und Infrastrukturzugriffe
Nahtlose Migration der MFA- und VPN-Services ohne Auswirkungen auf Endanwender
Einführung eines Self-Service-Portals mit vordefinierten Security-Templates zur standardisierten Integration neuer Anwendungen durch Application Owner
Aufbau eines multi-regionalen, dynamisch skalierbaren Cloud-Setups mit garantierter Verfügbarkeit von über 99,95 % weltweit auf der Service-Layers-Plattform
Betrieb der gesamten IAM-Plattform als hochverfügbarer, skalierbarer Managed Service durch Service Layers – inklusive Monitoring, Logging, DevOps und Infrastructure-as-Code
Hintergrund
Als sich Mondi entschloss, seine Identity- und Access-Management-Strategie auf den Prüfstand zu stellen, tat das Unternehmen dies nicht aus einer akuten Schwäche heraus. Mondi verfügte bereits über eine etablierte Access-Management-Lösung, die zuverlässig im Einsatz war. Doch das zugrunde liegende Identitätsmodell – mit getrennten Microsoft- und SAP-Accounts für viele Mitarbeitende – erwies sich zunehmend als limitierend.
Historisch bestanden zwei getrennte Account-Welten, die über viele Jahre hinweg stabil und funktional betrieben wurden. Mit steigenden Anforderungen an Cloud-Nutzung, Benutzerfreundlichkeit und Security stieß dieses Modell jedoch zunehmend an seine Grenzen. Die parallele Verwaltung mehrerer Identitäten pro Person erschwerte eine konsistente Governance, erhöhte die Komplexität und stand einer durchgängigen Sicherheitsstrategie im Weg. Die strategische Entscheidung war daher klar: Künftig sollte es für jede Person genau eine zentrale Identität geben – abgesichert durch eine konsequent durchgesetzte Multi-Faktor-Authentifizierung.
Dieser Schritt markierte einen echten Paradigmenwechsel: Um die Microsoft- und SAP-Identitäten sauber zusammenzuführen und übergreifend zu steuern, entschied sich Mondi für eine grundlegende Modernisierung der Architektur.
Lösung
Zwei Teilprojekte, ein gemeinsames Ziel
Das Programm wurde in zwei eng verzahnte Teilprojekte gegliedert. Der erste Baustein war der Aufbau eines zentralen Identity-Lifecycle-Managements. Der zweite – deutlich sichtbarer für Anwender und Fachbereiche – war die Modernisierung des Access Managements mit Single Sign-On und MFA-Enforcement für sämtliche Web-, Cloud- und Infrastrukturzugriffe.
Der Fokus der Entscheidung lag auf der konsequenten Durchsetzung von Multifaktor-Authentifizierung über alle relevanten Zugriffsszenarien hinweg – Web-SSO, VPN-Zugriffe sowie interaktive Windows-Logins. Daher entschied sich Mondi für eine etablierte Access-Management-Plattform, bei der Identity Provider (SSO), MFA und Windows Client nativ und integrierbar bereitgestellt werden. „Ausschlaggebend war vor allem die hohe Flexibilität“, sagt Markus Hörth, Infrastructure and Security Architect bei Mondi. „Es gab praktisch kein Problem, das sich nicht mit Bordmitteln oder gezielten Erweiterungen lösen ließ.“
Für die Implementierung suchte Mondi einen Partner mit tiefgehender Identity-Expertise, und fand ihn in iC Consult. „Wir führten eine Reihe von Referenzgesprächen mit vergleichbaren Unternehmen – und die haben uns sehr schnell gezeigt, dass iC Consult hier der richtige Partner ist“, so Markus Hörth.
80 Anwendungen, drei Stages und ein enger Zeitplan
Der Startschuss für das ambitionierte Projekt fiel 2021 – mit einem ehrgeizigen Ziel: Innerhalb eines Jahres sollte die bestehende Applikationslandschaft vollständig auf die neue Access-Management-Plattform migriert werden. In Summe bedeutete das rund 80 Anwendungen, die in der Identity-Lösung jeweils als Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebung aufgesetzt werden sollten.
Neben der technischen Migration erwies sich vor allem die Koordination der zahlreichen Application Owner als Herausforderung: „Das Onboarding der Anwendungen ist kein automatisierbarer Prozess“, so Markus Hörth. „Da gibt es viel zu klären, abzustimmen, Termine zu finden – und die Anwendungsseite für Sicherheitsfragen zu sensibilisieren.“ Sebastian Mennicke, IAM Lead Consultant bei iC Consult, ergänzt, „Zero Trust ist ein komplexes Thema. Indem wir als ein gemeinsames Team gearbeitet haben, konnten wir auch die kritischen Anwendungen von Mondi effizient und sicher auf die neue Architektur überführen.“
Mit Blick auf den hohen organisatorischen Aufwand, der intern viele Ressourcen band, übernahm iC Consult weite Teile der technischen Umsetzung: Um den Prozess zu strukturieren, wurde ein standardisiertes Onboarding etabliert, dessen Ergebnisse in einem zentralen Backlog priorisiert und schrittweise umgesetzt wurden. In den allermeisten Fällen konnte die Anbindung der Apps dabei über Standardschnittstellen erfolgen; nur ein kleiner Teil der Integrationen erforderte individuelle Anpassungen.
Um das Onboarding noch effizienter zu gestalten, entwickelte iC Consult zudem ein Migrationswerkzeug, das bestehende Konfigurationen automatisiert analysierte und überführte. Bereits nach den ersten Migrationen zeigte sich, dass eine rein manuelle Vorgehensweise zeitlich nicht realisierbar gewesen wäre. „Durch die automatisierte Übernahme der Konfigurationen ließ sich der Ablauf aber enorm beschleunigen – und die Deadline rückte in greifbare Nähe“, erklärt Sebastian Mennicke.
„Die Zusammenarbeit war von hoher Transparenz geprägt. Das hat Vertrauen geschaffen und uns ermöglicht, auch komplexe Themen schnell voranzubringen.“
Markus Hörth, Infrastructure and Security Architect bei Mondi
Vom Projekt zur Plattform: Self-Service statt Ticket-Flut
Nach Abschluss der Migration und der fristgerechten Dekommissionierung des Altsystems verlagerte sich der Fokus des Projekts. Statt der Einbindung bestehender Dienste drehten sich die Anfragen der App-Owner immer öfter um das Onboarding neuer Greenfield-Applikationen – Anwendungen, die zuvor nie Teil der alten Umgebung gewesen waren.
Für Mondi war das ein deutliches Zeichen für die hohe interne Akzeptanz der neuen Lösung. Gleichzeitig sollte vermieden werden, langfristig auf externe Unterstützung angewiesen zu sein oder durch individuelle Sonderlösungen neue Sicherheitsrisiken zu schaffen.
Die Antwort darauf war die Einführung eines Self-Service-Portals für Applikationsverantwortliche. Über vordefinierte Templates können App-Owner neue Anwendungen heute weitgehend auf Knopfdruck in das SSO- und MFA-Ökosystem integrieren – ohne Ticketprozesse und ohne Wartezeiten. Die Templates bilden dabei die definierten Sicherheitsvorgaben verbindlich ab und stellen sicher, dass jede neue Anwendung automatisch dem erforderlichen Sicherheitsniveau entspricht. Damit beschleunigt Mondi das Onboarding neuer Anwendungen erheblich, reduziert Abstimmungsaufwände und stärkt gleichzeitig die Governance. Sicherheit und Effizienz stehen nicht länger im Widerspruch, sondern werden systematisch miteinander verbunden.
Managed Service als strategische Entscheidung
Eine zentrale Weichenstellung hatte Mondi bereits zu Beginn des Projekts getroffen: Der Betrieb der Lösung sollte nicht intern erfolgen, sondern als Managed Service von iC Consult über die Service-Layers-Plattform bezogen werden.
Die Plattform wird dafür als hochverfügbares, multi-regionales Setup in der Cloud betrieben – inklusive Monitoring, Logging, DevOps-Umgebung und Infrastructure-as-Code. Der Betrieb erfolgt redundant in mehreren Regionen und lässt sich bei Bedarf flexibel skalieren. „Für uns war klar: Wir wollen maximale Sicherheit, Compliance und Zukunftsfähigkeit – und einen Partner, der den Betrieb wirklich lebt“, so Markus Hörth. „Der Managed-Service-Ansatz von Service Layers ist für unser internes Team eine enorme Entlastung, stellt den kontinuierlichen Betrieb sicher und sorgt dafür, dass die Plattform jederzeit aktuell bleibt.”
Aus Sicht von iC Consult ist genau diese Kombination entscheidend. Die Lösung verbindet die Flexibilität und Reife etablierter On-Premise-Produkte mit den Vorteilen moderner Cloud-Architekturen. Gleichzeitig bietet sie ein hohes Maß an Transparenz, wodurch sich insbesondere im Troubleshooting schnell erkennen lässt, an welcher Stelle angesetzt werden muss. In Verbindung mit einem DevOps-basierten Cloud-Betrieb und der flexiblen Integrationsfähigkeit entsteht ein deutlicher Mehrwert – sowohl im laufenden Betrieb als auch bei der Weiterentwicklung der Plattform.
Ausblick
Eine skalierbare Basis für die Zukunft
Heute verfügt Mondi über eine moderne Identity- und Access-Management-Plattform, die weit über das ursprüngliche Projektziel hinausgeht. Alle Identitäten sind konsistent gemanagt, die Sicherheitsrichtlinien werden zentral durchgesetzt, und neue Anwendungen lassen sich schnell und kontrolliert integrieren. „Besonders überzeugt haben mich die Flexibilität der Lösung, die professionelle Implementierung seitens iC Consult und die konsistente, durchdachte Plattform, die Service Layers als Managed Service bereitstellt “, fasst Markus Hörth zusammen. „Wir sind heute in der Lage, Anforderungen umzusetzen, die früher kaum realisierbar gewesen wären – und das auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau.“